Besichtigung des Zweiradfachgeschäft Bobrink

Diepholzer Kreisblatt

Besichtigung bei Fritz Bobrink in Barnstorf
Auf Initiative des Liberalen Mittelstands Niedersachsen, Regionalverband Dümmer-Weserland, besuchten die Mitglieder des FDP-Ortsverbands Samtgemeinde Barnstorf das Zweiradfachgeschäft Bobrink in Barnstorf. Firmenchef Fritz Bobrink gewährte einen Blick hinter die Kulissen, wo bereits die Vorbereitungen für die neue Gartensaison laufen.

"Schreibkram sollte endlich weniger werden"

Liberale besuchten Zweiradfachgeschäft Bobrink / "Kleine Unternehmen sind die Basis"

Barnstorf (sp). Mit Carl-Ludwig Thiele hatte der Liberale Mittelstand Niedersachsen, Regionalverband Dümmer-Weserland, einen prominenten Gast zur Diskussionsrunde in das Zweiradfachgeschäft Bobrink in Barnstorf eingeladen. Auf seine Ausführung zur wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mussten die Liberalen allerdings verzichten, denn der stellvertretende Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion hatte sich den Arm gebrochen und lag im Krankenhaus.

"Politik ist ein knochenhartes Geschäft", konnte sich Regionalverbandsvorsitzender Dr. Horst Gaumann eine ironische Bemerkung nicht verkneifen, als er den Spitzenpolitiker entschuldigte. Seine Abwesenheit sollte die Liberalen aber nicht davon abhalten, einen Blick hinter die Kulissen des florierenden Fachbetriebes zu werfen, der im vergangenen Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiern konnte.

Firmengründer Fritz Bobrink und Juniorchef Thorsten führten die Gäste durch Ausstellung-und Büroräume, Werkstatt und Lager. "Das ist schon enorm", stellte FDP-Ortsverbandvorsitzender Reinhard Börger fest, als er die rund 650 Fahrräder in der Halle sah. Der hohe Lagerbestand sei wichtig und habe sich in den vergangenen Jahren bewährt, sei aber auch mit Risiko verbunden, erläuterte der Firmenchef. Er hofft, dass sich die Wirtschaftskrise nicht auf die Verbraucher niederschlägt.

Was die Familie Bobrink vor allem in den vergangenen Monaten zu schaffen gemacht hat, war das winterliche Wetter. Erst mit den steigenden Temperaturen laufen nun die Vorbereitungen für die neue Fahrrad- und Gartensaison an. Zwar verspätet, dafür aber umso intensiver. Den Hochbetrieb bekamen auch die Gäste zu spüren, die nach Geschäftsschluss bei einer Tasse Kaffee mit den Betriebsinhabern ins Gespräch kamen.

"Was können wir als Politiker für euch tun?", fragte Reinhard Börger. Die Antwort des Firmenchef kam wie aus der Pistole geschossen: "Mein größter Wunsch ist, dass der Schreibkram endlich weniger wird." In den Acht-Mann-Betrieb sei eine Arbeitskraft fast ausschließlich mit Büroarbeit beschäftigt, berichtet Fritz Bobrink und forderte einen Abbau von Bürokratie.

"Wir alle leiden im Mittelstand wahnsinnig unter der Flut an Vorschriften und der Akribie, diese zu überwachen", zeigte Dr. Gaumann, ebenfalls selbstständiger Unternehmer, durchaus Verständnis. Selbst finanzielle Hilfe käme im Mittelstand teilweise nicht an, weil der formale Aufwand bei der Antragsstellung zu groß sei und Kleinbetrieben die nötigen Kenntnisse fehlten.

Der Regionalverbandsvorsitzende plädierte für einen transparenten gleichen Wettbewerb und Regelungen, die auch für kleine und mittlere Unternehmen umsetzbar seien. Die Förderung dürfe sich nicht nur auf Großunternehmen konzentrieren und es müssen Rahmenbedingungen geben, die der Bedeutung des Mittelstandes gerecht werden. Schließlich seien es die kleinen Unternehmen, die die Basis der Gesellschaft bildeten.

Ein großes Lob zollte Dr. Gaumann dem Zweiradfachgeschäft Bobrink, das ein Pluspunkt für Barnstorf und weit über die Grenzen der Samtgemeinde hinaus bekannt sei. "Mein Wunsch wäre, dass wir mehr gute Ideen und mutige Unternehmer bekommen, die es ähnlich machen und Kaufkraft nach Barnstorf ziehen", sagte der Vorsitzende.